Grundriss Grossmünster
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1. Romanischer Raum

Romanischer Raum aus dem 12. Jahrhundert mit schweren Pfeiler, aus denen die Rundbögen wie aus einem Stamm herauswachsen. Wievielen Stürmen hat dieses Kirchenschiff schon getrotzt auf seiner Fahrt durch die Zeiten?

2. Relief Felix und Regula

Das Relief an diesem Pfeiler erzählt die zwei Gründungslegenden des Grossmünsters. Felix und Regula, die beiden Zürcher Stadtpatrone, sollen unten an der Limmat den Märtyrertod erlitten (4. Jh.). Sie trugen ihre abgeschlagenen Häupter auf den Moränenhügel, wo sie begraben sein wollten. Später (9. Jh.) habe Kaiser Karl der Grosse die Gebeine heben und an dieser Stelle eine erste Kirche und Probstei erbauen lassen.

3. Kapitell

Das Kapitell am Pfeiler zeigt möglicherweise die tragische Geschichte der Ermordung Abners durch Joab (2. Sam 3). Eine andere Deutung vermutet hinter der Szene das biblische Wort, wonach man Böses nicht mit Bösem vergelten soll: Ein bärtiger Krieger holt mit dem Schwert zum Gegenschlag aus, wird aber von einem anderen bärtigen Mann daran gehindert.

4. Die Kanzel

Die Kanzel (1853) und der Taufstein (1598), der zugleich als Abendmahlstisch dient (in der Kirche Zwinglis gibt es keinen Altar!) bezeichnen die geistige Mitte des reformierten Gottesdienstes. Die offene Bibel, das gepredigte Wort Gottes, um diese Mitte versammelt sich die Gemeinde.

5. Der Chorraum

Im Chorraum stand ursprünglich der Hauptaltar (Weihe 1140). Schwach sind noch die Fresken zu erkennen: z. B. das Schweisstuch der Veronika an der Nordwand (16. Jh.), oder das Bild des auferstandenen Christus in der Tumba an der Südwand über dem Torbogen zur Zwölf-Boten-Kapelle (15 Jh.). Es hat den Bildersturm der Reformation 1524 überstanden, weil es vermauert worden war.

6. Chorfenster Augusto Giacometti

Die Chorfenster von Augusto Giacometti (1933) erzählen die Weihnachtsgeschichte. In der Mitte Maria, zu ihren Füssen das Kind, links und rechts zwei Könige, über ihr die Engel. Jauchzen sie nicht in allen Farben das Gloria in excelsis Deo: Ehre sei Gott in der Höhe?

7. 12-Boten-Kapelle

Die Zwölf-Boten-Kapelle als einen Raum des Gebetes. Die Kapelle beherbergte vor der Reformation die Reliquien von Felix und Regula und war Begräbniskapelle für angesehene Zürcher Familien. Ihren Namen hat sie von der Darstellung verschiedener Szenen von Jesus mit den zwölf Aposteln auf den Fresken, die noch gut erhalten sind.

8. Die Grossmünster-Orgel

Die Empore wird beherrscht durch die mächtige Orgel von Metzler. Sie hat 67 Register. Einzigartig die Farbe der Kupferpfeifen der Prospektfront und die horizontale Lage der «spanischen Trompeten». Es ist eine mechanische Orgel aus dem Jahr 1960.

9. Krypta

Die Krypta, der älteste Teil der Kirche, lädt zum Nachdenken ein: Gottes Gegenwart erfüllt nicht nur die höheren Sphären, sondern auch die unteren, finsteren und todesnahen Bereiche des Lebens. Die schlecht erhaltenen Wandmalereien von Hans Leu d.Ä. erzählen das Martyrium von Felix und Regula und der thebäischen Legion.

10. Turmaufgang

Die Aussicht vom Turm ist spektakulär, sie muss aber verdient werden! Der Aufstieg führt über 187 Stufen ...